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Ingrid Freihold |
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In meinen künstlerischen Arbeiten haben sich zwei
Themenschwerpunkte entwickelt: Mensch und Natur/Landschaft.
Ich arbeite gerne in Serien, die ich
auch über längere Zeiträume fortsetze.
Bei der Darstellung von Menschen verzichte ich bewusst auf realistische
Abbildungen, stelle Typen dar. Schwarz/Weiß schafft eine Konzentration auf
das Wesentliche. Wie viele Details dürfen fehlen, dass der Mensch noch als
Mensch erkennbar, Menschlichkeit sichtbarer wird? Meine Darstellungen sind
ernst, philosophisch, spielerisch, übertrieben, humorvoll überzeichnet. Mancher Betrachter wird Bekanntes entdecken, an Personen oder
Eigenschaften erinnert, tritt mit sich selbst in einen Dialog und wird so auf
den Mensch kommen.
Die Veränderungen in Natur und Landschaft vollziehen sich
kontinuierlich und unaufhaltsam. Wer durch Ostfriesland geht oder fährt,
entdeckt typische, landschaftsprägende Elemente, erlebt die Freiheit in der
Weite der Fläche, die Begrenzung durch die markante Linie des Deiches als
Schutz vor dem Meer und erkennt Natur- und Siedlungsräume. Wer sich auf
die Natur einlässt, erlebt die Formenvielfalt, die sie hervorbringt. Und er
bemerkt vielleicht (nicht immer) die Veränderung, die in Landschaft und Natur
allmählich und dadurch „gewöhnlich“ voranschreitet. Ich will die Kräfte
der Natur sichtbar machen, sie
verdichten, sie in ihrem Spannungsfeld und ihrer Wechselwirkung auf den
Menschen bildhaft einfangen.
Immer wieder spannend und anregend für mich ist die Weiterentwicklung
meiner Technik: Welche Wirkung hat die feine, dünne Linie, die ich mit
der spröden Rohrfeder setze? Welche der Japanpinsel, der sich stark mit
Tusche voll saugt, lange Farbe abgibt, zum Schluss nur noch einen Hauch aufs
Papier bringt und so zu Schwarz und Weiß eine dritte Farbe entstehen lässt:
Grau. Auch farbige
Tusche oder Acrylfarben
setze ich als Ausdrucksmittel ein und versuche damit, neue Sichtweisen
zu eröffnen.